31. Schwangerschaftswoche


„Warum hast du Pudding im Gesicht?“

fragt M. und schüttelt sich.
Das ist Heilerde und ich habe es Zuhause ins Gesicht getan, weil ich auf allen Supernahaufnahmen, die er heute von mir gemacht hat, so großporig aussehen, dass ich beim ranzoomen ein paar Mitesser entdecken konnte, die ich direkt gern ausgedrückt hätte. Ich komme mir faltig und alt vor, ich kann nichts daran ändern.

M. will nicht, dass ich so denke, er schüttelt sich auch, wenn ich ihm schockiert Bilder von mir zeige: Findest du nicht auch, dass ich unglaublich alt aussehe?

Wann bin ich so alt geworden?

Vielleicht wurmt es mich deswegen so, weil ich immer davon überzeugt war, mit 30 bereits zwei bis drei Kinder zu haben und nicht erst zu erwarten. Ist heute, in der Realität angekommen, natürlich alles halb so wild und durchschnittlich sowieso. Aber so, wie sich das Kind jetzt immer nimmt, was es an Spurenelementen, Vitaminen und Wasweißich alles bekommen kann, zieht es mir auch Zähne (zumindest einen, ich hab nämlich neulich noch fix meine erste Krone bekommen) und ich bilde mir das doch nicht ein, dass ich jetzt mehr Falten hab als noch vor einem Jahr, also entzieht es mir auch Hautfeuchtigkeit, oder so.

Ich hab gar nichts gegen Falten, graue Haare und hängende Brüste, aber jetzt, wo ich mich an meine neuen Selfies gewöhnen muss, kommt es mir ganz verkehrt vor.

Das liegt gar nicht so sehr an der Eitelkeit, vielmehr liegt es daran zu sehen, wie alles in den letzten 10 Jahren komplett anders gelaufen ist, als ich mir das immer vorgestellt hatte.

Das ist in Wirklichkeit ein tröstlicher Gedanke. Denn es ist ja alles nochmal gut gegangen und am Ende meiner Eskapaden hab ich M. Kennengelernt und jetzt bekomme ich in seinem Beisein Falten und ein Kind.

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