Letzte Woche habe ich mich als Pareto-Mutter geoutet. Ich habe erklärt, warum es mich befreit, mich nicht dem Perfektionismus-Diktat unterzuordnen und warum ich trotz des Aufwands gerne bastele. „Mein“ Pareto bedeutet nicht TK-Pizza forever (kann es für andere aber gerne sein). Ich koche ja schließlich gerne. Nur: Weihnachten wird das alles in Summe wirklich viel. Anleitungen für einfache Weihnachtsideen gibt es viele – nur bei näherer Betrachtung stellt sich vieles als recht aufwändig heraus.

Meinen Anspruch an mich selbst habe ich natürlich hinterfragt und heraus kam: Ich mag Weihnachten einfach und ich will, dass es duftet und klingt, guilty as charged. So ist das nämlich bei uns: Ich möchte Tannenduft und Kekse und am ersten Advent haben wir Weihnachtslieder von Kinderchören gehört. Damit aber die Arbeit nicht die Besinnlichkeit überschattet, habe ich ein paar sehr einfache Weihnachts-Ideen gesammelt. Natürlich wäre es am schnellsten vom Keks bis zur Krippe alles zu kaufen. Aber Konsumkritik gehört hier zum Konsens. Also los:

Inhalt:

  1. Wie einfache Weihnachtsideen für großen Kinderspaß sorgen
  2. Adventslichter für die Weihnachtsdeko auf der Fensterbank
  3. Adventskalender mit Kaffeefiltern
  4. Krippe im Glas
  5. Geschenkpapier
  6. Weihnachtskuchen
  7. Einfacher DIY-Weihnachtsbaumschmuck
  8. Fail: Vermeintlich einfache Weihnachtsideen

Wie ganz einfache Weihnachtsideen für großen Kinderspaß sorgen

Nicht alle Ideen sind dazu geeignet, mit Kind zusammen zu basteln (wenn es schnell gehen soll). Aber einige davon sehr wohl! Ich finde es generell sehr sinnvoll auch meinen 2-Jährigen miteinzubeziehen, anstelle ihn einfach an Tag X vor die frisch gestrichene Wichteltür zu stellen. Er soll ja auch Spaß haben. Außerdem vergeht ein langer, dunkler Novembernachmittag so viel schneller: Nur noch schnell den Kleber aus den Haaren schneiden und schon ist Zeit fürs Abendessen. Ich sortiere also meine Weihnachts-DIYs nach der Kleinkind-Kompatibilität in absteigender Relevanz. Das ist gleichzeitig auch der Gradmesser für den Quick and Dirty-Faktor.

Adventslichter für die Weihnachtsdeko auf der Fensterbank

Wir haben diesen Trick schon 1994 in der Sonntagschule angewandt: mit Kleister und Transparentpapier. Das mache ich ganz sicher nicht! Meine schnelle Lösung: Washi-Tape. Ich habe einen Satz in weihnachtlich passenden Farben bereitgelegt und Einmachgläser sammeln sich bei uns wie von selbst. Den Rest muss ich nicht erklären. Der Vorteil: Keine Sauerei durch Kleber und Papierfetzen. Der Nachteil: Kind in 2 Meter Washi-Tape eingewickelt und Mini-Wutanfall deswegen. Das ließ sich aber durch gemeinsames wieder aufwickeln und irgendwie ans Glas kleben beheben.
Aufwand: keiner, 15 Minuten.
Material: Einmachgläser oder alte Gurkengläser, Washi-Tape, Teelichter

Sieht nach mehr Aufwand aus, war aber unkompliziert: Adventskalender mit Kaffeefiltern

Die Kaffeefilter habe ich mit weißer Ölkreide beschriftet und weil in einer Packung 100 Stück sind, macht es nicht viel, wenn es durch wildes Kritzeln sohnlicherseits ein paar Filter nicht ins Internet schaffen. Die Löcher mit einem ganz normalen Locher stanzen fand er toll. Und beim sortieren der Zweige, die wir zusammen im Wald gesammelt hatten, half er sehr geflissentlich. Nicht. Er wollte lieber ein eigenes Wollknäuel haben, als er sah, wie ich das Knäuel mit dem Paketband nutzte und um die zurechtgelegten Zweige knotete. Er zog es vor, sich selbst darin einzuwickeln und vor der Katze wegzurennen. Der Aufwand das Kind zu beaufsichtigen und zu schützen (vor sich selbst, der Katze und vor dem Strangulieren durch Merinowolle) ist größer, als die Einzelteile des Adventskalenders zusammenzuknoten.

Aufwand: mittel, insgesamt ca. 1 Stunde
Material: Zweige aus dem Wald, Kaffeefilter, die entweder soweiso vorhanden sind und kosten sonst etwa 1 Euro. Eine LED-Lichterkette, etwas Weihnachtsbaumschmuck, Paketband und Küchengarn.

So geht es:

Die Zweige zurecht schneiden, sodass sie parallel gelegt mit dem kürzesten oben und dem längsten unten eine Weihnachtsbaum-Silhouette entsteht. Die Zweige mit Paketband miteinander verbinden, an der Spitze eine Schlaufe lassen, damit ihr den Baum aufhängen könnt.
Um die Äste darf gerne eine Lichterkette geschlungen sein, wer eine hat. Und einige Weihnachtsbaum-Anhänger machen sich auch gut.
Die Kaffee-Filter habe ich beschriftet, die Löcher gelochert und nach dem Befüllen habe ich sie noch zusätzlich mit Washi-Tape verschlossen, weil sonst ab und zu die Schwerkraft über das Adventskalender-Geheimnis siegte. Mit Küchengarn habe ich die Filter am Baum befestigt et voilá! Eine einfache Weihnachtsidee in progress und Vollendung, bittesehr:

Krippe im Glas

Anstelle von einen ganzen Holzstall in Fensterbankformat inklusive Tieren und Wochenbettbesuchern zu zimmern habe ich mich dazu entschieden, die Krippe auf das Mindeste zu reduzieren: Maria, Josef und der holde Knabe in trauter Innigkeit. Im Glas können sie praktischerweise überall hin mit und die Fensterbank ist schnell leergeräumt, wenn ich zum Beispiel vorbildlicher Weise Stoßlüften will. „Krippe to go“, wenn man so will. Von allen bisher beschriebenen einfachen Weihnachtsideen ist das die erste, wo es mich zu sehr genervt hat, mit Kind zu basteln.

Aufwand: gering, mit Trocknen etwa eine 3/4 Stunde.
Material: altes Gurkenglas, hier war es ein Glas Sauerkirschen. Moos aus dem Wald, gibt es aber auch im Bastelgeschäft. 2 größere und 1 kleinere Holzfiguren (Bastelgeschäft), Farbe zum bemalen (nehmt, was da ist, am langlebigsten ist sicher Lack), Stoffreste, Kleber, ein kleiner Strohstern, kurze LED-Lichterkette


So geht es:

Ich habe die kleinen Holzfiguren mit Aquarellfarbe bemalt, die ich seit der Aquarell-AG mit Frau Lammert anno 2001 besitze. Frau Lammert konnte Sternzeichen erraten und lag NIE falsch. Vielleicht hatte sie aber auch einfach ein fotografisches Gedächtnis und warf jedes Jahr zum Schulanfang einen Blick in die Akten, um dann Schüler*innen von der 5. bis zur 13. Klassen beeindrucken zu können. Wie auch immer: Ihr habe ich nicht nur alle meine Ü-Ei-Figuren verkauft, ich habe dank ihr auch noch einen Farbkasten, mit dem ich nun der heiligen Jungfrau ein Lächeln ins Gesicht pinseln konnte. Der Junge hat währenddessen zwei kleine Holzfiguren dunkelgrün bis schwarz angemalt. Das war aber wirklich nur zu bewerkstelligen, weil Marcus mit am Tisch saß.

Krippe im Glas - einfache Weihnachtsideen

Derweil habe ich die Stoffreste in Streifen und Dreiecke geschnitten und der Maria ein Kopftuch und Josef einen Schal mit der Heißklebepistole an den Leib drapiert. Das Baby habe ich stilecht in Mullwindeln gewickelt. Fehlte nur noch ein Strohstern-Anhänger, den ich mit Tape befestigt habe, eine dezente LED-Lichterkette und etwas Moos im Glas. Das wars.

Geschenkpapier bedrucken

Ich habe ein kleines „Hording“-Problem, das sich an Weihnachten als sehr praktisch erweist. Ich kann Kartons inklusive Füllmaterial nur sehr (nur unter wirklich sehr großem Widerstand) wegwerfen. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist das aber gut, denn ich habe genug Papier zum Geschenke verpacken da. Auch einfaches Packpapier für Pakete ist immer da und so mache ich es ganz schnell hübscher:

Mit einer schlichten Fusselrolle, Fingermalfarben (sicher gehen auch andere, aber darin kann ich die Rolle gut wälzen) und ein paar Zweigen. Im Herbst gehen auch Blätter und wer die Konturen deutlicher mag, dem sei ans Herz gelegt Muster aus Schaumstoffbastelpappe auszuschneiden. Ich habe mich für einen der nicht ganz so gleichmäßig gewachsenen Zweige vom Adventskranz entschieden und pinke Farbe, weil wir gerade nur pink da haben.
Aufwand: kaum, 15 Minuten. Oder länger, wenn eine*r ganz viel Geschenkpapier bedrucken möchte.
Material: Eine Fusselrolle, Tannenzweige oder andere Zweige, Moosgummi, um Formen daraus zu schneiden, Farbe (ich habe Fingermalfarbe genutzt, praktischer wäre ein rieseiges Stempelkissen).

So geht es:

Kleine Zweige abschneiden und rings um die Rolle kleben. Etwas Farbe auf einer größeren Pappe verteilen, um die Rolle darin wälzen zu können. Mit der Rolle langsam und mit etwas Druck über das Papier rollen.

Domino-Express: Weihnachtskuchen

Der erste Advent fiel dieses Jahr noch in den November und das hat mir meinen Zeitplan durcheinander gemacht. Ich wollte doch rechtzeitig Kekse backen! Nun war es Sonntag und wir hatten keine Kekse. Ich habe also einen Kuchen gebacken – und der ist richtig weihnachtlich und musste nicht seit September ziehen, wie so ein oller Stollen. deswegen zähle ich dieses Rezept auch zu den einfachen Weihnachtsideen. Wer also geschmacklich beeindrucken will und fix für Gäste (oder nur sich selbst, weil: Corona) einen Weihnachtskuchen backen will, der halte sich an folgende Angaben eines einfachen Rührkuchens:

Zutaten:

Kuchen gehört auch zu einfachen Weihnachtsideen

1 Packung Dominosteine
250g weiche Butter
250g Zucker
5 Eier
300g Mehl
1 TL Backpulver
25g Kakaopulver
1 Prise Salz
200g Zartbitter-Kuvertüre
1 EL Kokosöl

  1. Backofen auf 180° vorheizen, einen Backrahmen (20×25 cm) auf ein Blech mit Backpapier stellen und die Dominosteine in Streifen schneiden.
  2. In einer Schüssel Mehl, Backpulver, Kakao und Salz mischen. In einer weiteren Schüssel Butter schmelzen und mit Zucker schaumig rühren. Eier nach und nach einrühren. Dann die Mehlmischung zur Eiermasse sieben (ich nutze lieber ein großes feines Sieb anstelle eines dieser Ritschratsch-Mehlsieb-Dinger) – so vermischt sich der Kakao mit dem Mehl besser. Alles verrühren und zuletzt die Dominosteine vorsichtig unterheben.
  3. Den Teig in die Form füllen und ca. 25 min. backen. Danach vollständig auskühlen lassen.
  4. Die Kuvertüre zusammen mit dem Kokosöl im Wasserbad schmelzen und danach gleichmäßig auf dem Kuchen verteilen. Trocknen lassen und den Kuchen dann in Würfel schneiden.

Einfacher DIY-Weihnachtsbaumschmuck: Papiertannen

Ich habe noch genügend alte Zeitschriften rumliegen und bevor ich anfange einen Nestbautrieb zu entwickeln und alle wegzuwerfen, habe ich noch eine Verwendung gefunden. Der Junge darf daneben sitzen und Zeitschriften zerreißen, während ich Halbkreise ausschneide, dreimal Falte und durch die entstandenen Baumspitzen Fäden steche. Ich habe das dünnbedruckte ZEIT-Magazin dazu genutzt, um gleich viele Seiten auf einmal schneiden zu können und dabei knallhart die Martenstein-Kolumne zerschnitten (Nimm das, Boomer).
Aufwand: gering, max. 1/2 Stunde
Material: eine alte Zeitschrift, Kleber, Faden für den Anhänger, Locher

So geht es:

Die Idee dazu habe ich hier gefunden. Ein schöner, simpler Post – in dem auch ein paar „einfache Weihnachtsideen“ so einfach dargestellt sind, dass ich mich habe blenden lassen …

Warnung: Vermeintlich einfache Weihnachtsideen

Ich habe auch ein paar Dinge ausprobiert, die sich als 80:20-Fail herausstellten. Es sieht einfach aus, ist aber in der Anwendung ganz und gar nicht so leicht, wie es bei anderen aussieht. Es ist wie mit Ballett: So hübsch, wie die zarten Herren und Damen über die Bühnen gleiten, wie Federn zu schweben scheinen. Aber in Wirklichkeit bluten ihnen die Füße, alles blitzeblau. Daher eine Liste mit Dingen die zwar schön, aber von denen ich abraten würde, wer in der Vorweihnachtszeit Stress vermeiden will.

„Einfache“ Weihnachts-DIYs? Einfacher Fail:

  1. Salzteig-Anhänger
    Letztes Jahr habe ich sehr geduldig Salzteig-Anhänger gebastelt und mit einem Kristallglas Muster drauf gedruckt. Ich mache das nicht nochmal. Denn: Bis der Teig die richtige Konsistenz hatte, dauerte es ewig (vielleicht hatte ich auch eine schlechte Anleitung). Dann fand ich es nicht leicht, ein ordentliches Loch für die Fäden reinzubohren (ist vorher besser oder nachher? idk) und ich mochte das Gefühl an den Händen nicht.
  2. Origami-Sterne
    Es bleibt dabei: Meine Hände sind zu groß und meine Frustrationstoleranz am Limit. Ich kann das nicht.
  3. Fenstermalerei mit Kreidestiften
    Mein Nacken! Aua! Ich habe dazu eine Schablone benutzt, aber die Doppelverglasung machte es mir nicht leicht. Ein Auge immer zugedrückt und dann auf ungünstiger, Rückunfreundlicher Höhe am Fenster kraucheln. Mein Babybauch total im Weg und dann kam der Junge und wollte mitmachen. Stundenlange Arbeit einfach durchgekritzelt, natoll (aber ich verbiete das nicht, finde es schön, wenn er mitmachen will). Ich nahm mir vor, bei Gelegenheit meinen durchkritzelten Winterwald zu korrigieren, aber ja, wie es so ist. Habe also den größten Wust halbherzig weggewischt und den Rest lass ich so. Das verbuche ich einfach unter Kinderspuren und freue mich, dass wir einen lebhaften Haushalt haben.
  4. Baumschmuck aus Orangenschalen
    Auch eine Erfahrung aus dem letzten Jahr: Irgendwie sieht es nicht gut aus. Die ausgestochenen Sterne wölben sich und eh, hab mal Schalenstücke, die groß genug sind und iss erstmal so viele Orangen, dass sich das lohnt.

Fazit:

Einfache Weihnachtsideen

Die Liste ist subjektiv, ich habe ja schon einmal geschrieben: Für die einen ist Origami Pipifax, für die Anderen (mich) Wahnsinn. Was sind eure Bastelfails und welche einfachen Weihnachtsideen setzt ihr zuhause um? Oder wird gar nicht gebastelt? Der geringste Aufwand kann ja auch einfach aus einer Vase mit Blumen vom Laden um die Ecke sein – das ändert auch nichts am Weihnachtsfeeling.

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