Es war viel los in letzter Zeit und jetzt steht das Christkind quasi vor der Tür. Marcus und mir ist in dem Zusammenhang aufgefallen, dass wir uns noch gar nicht richtig auf das Baby vorbereitet haben. Beim Jungen habe ich schon früh sehr viel gelesen, endlose Pro- und Contra-Listen für oder gegen bestimmte Babydinge angelegt und ich hatte eine Exceltabelle, in der ich ausgerechnet hatte, ab wann die Kosten für neu gekaufte Stoffwindeln wieder drin wären im Gegensatz zur Verwendung von Wegwerfwindeln (beim zweiten Kind, haha).

Und jetzt? Die Stoffwindeln sind eingemottet und Söhnchen trotzdem noch nicht trocken. Dafür habe ich einen richtig dicken Bauch und gar nicht mehr so viel Zeit zu überlegen: Was brauchen wir und vor allem: auf was kann man wirklich verzichten beim zweiten Kind?

Ein zweites Kind kommt – und wir sind völlig unvorbereitet

Es ist nicht so, als sei ich von meinem Bauchumfang überrascht. Es ist eher so, dass mich die Zeit zu überholen scheint. Ich bin in Gedanken bei den lustigen Purzelgefühlen und dabei, ob ich meinen Vitamin D-Spiegel mal checken lassen sollte. Ich arbeite und ich betreue mein Kind und ich koche und ich denke viel nach und in letzter Zeit ist alles lockdownbedingt schwieriger geworden. Als mir meine Hebamme vor vier Wochen den Zettel zur Vorbereitung auf die Hausgeburt gab und wir Termine fürs neue Jahr ausmachten, war ich slightly geschockt. Ich habe mich nur getraut, den Zettel zu überfliegen und zack: Am Montag ist der nächste Termin und ich weiß nur, dass wir auf jeden Fall super viele Einmalhandschuhe vorrätig haben. Also jetzt mal Tacheles:

Geburtsvorbereitung auf drei Ebenen: fürs Baby, für mich und für den Bruder

Viele Dinge haben wir schon. Aber da einem ja überraschend viele Leute beim ersten Kind versichern, man brauche gar nicht so viel, haben wir auf einiges verzichtet. Das war ehrlich gesagt nicht immer sonderlich praktisch, also rekapituliere ich mal: Was hätten wir doch brauchen können? Was war wirklich überflüssig? Was will ich diesmal persönlich einfach trotzdem haben, aus Prinzip, weil schön?

Neben den materiellen Alltagserleichterungen gibt es aber ein weiteres wichtiges Thema in Sachen Geburtsvorbereitung: Wie bereiten wir uns mental auf die neue Zeit mit zweitem Kind vor? Auch das schieben wir jetzt schon seit einer Weile vor uns her.

Und nicht zuletzt: Wie bereiten wir unseren Sohn auf die Geburt seines Geschwisters und die Zeit danach vor?

Im ersten Teil dieser ganz persönlichen Geburtsvorbereitungsserie konzentriere ich mich auf das, was uns (hoffentlich) das Leben mit zwei Kindern ein bisschen leichter macht. Dabei unterscheide ich zwischen dem, worauf wir beim zweiten Kind diesmal verzichten (obwohl wir es erst für eine Spitzenidee hielten) und dem, worauf wir diesmal nicht verzichten wollen. Minimalismus muss sich eine*r leisten können und es gibt so viele Erleichterungen im Alltag: Selbst wenn es nur für drei Monate ist – das sind drei Monate mehr Seelenfrieden und damit Ressourcen, die wir gut gebrauchen können. Schluss mit der Selbstgeißelung aus konsumkritischen Statement-Gründen. Die Pandemie wird uns auch nächstes Jahr begleiten und wir haben keine Ahnung, wie. Daneben sind wir beide selbstständig und müssen schauen, wo wir bleiben.


Zuletzt gibt es noch Dinge, die wir nach wie vor als absolut überflüssig einstufen. Die drei Listen sind absolut subjektiv, basieren auf persönlichen Erfahrungen und sollen keine generelle Empfehlung sein. Jedes Baby ist anders und auch unser zweites wird uns schon noch lehren, wer es ist. Aber ich liebe nunmal lange Listen. Also, here we go:

Auf was kann man beim zweiten Kind verzichten?

Diese Liste ist kurz, weil wir die Sache minimalistisch angegangen waren. Dennoch haben sich einige Dinge als ernsthaft überflüssig herausgestellt. Es gilt aber auch: Sag niemals nie, vielleicht ist das zweite Kind ja absoluter Fan von folgenden Dingen:

1. Babyhängematte

Ich hatte es mir schön vorgestellt: Geborgen und kuschelig liegt er da drin und schaukelt zufrieden hin und her. Nix da. Die Gurte waren schlecht verstellbar, außerdem irgendwie an der falschen Stelle und zwei Zentimeter über der Hängematte fing er zu schreien an. Irgendwann gab ich auf. Dann versperrte sie eigentlich nur noch den Weg in unserem winzigen Wohnzimmer. EIne Weile diente sie noch zur Aufbewahrung von Kuscheltieren und Spielzeug, jetzt fristet sie ihr dasein auf dem Gäste-Hochbett und wartet darauf, bis ich meinen inneren Schweinehund besiege und die Kleinanzeigen bemühe.

2. Zahnungsglobuli

Als Rassel vielleicht noch. Das Xylit in den kleinen Kügelchen mag einen leicht kühlenden Effekt haben, aber alle 15 Minuten einem greinenden Baby ein paar dieser Dinger in den Mund quetschen – hat genervt. Und gebracht hat es nichts. Ein nasser Waschlappen tut’s auch.

3. Ein Bezug fürs Töpfchen zum Abhalten

War ständig in der Wäsche und in der Zeit hat es den Jungen nicht gejuckt, wo wir ihn drüber hielten für seine kleinen und großen Angelegenheiten.

4. Kinderwagen

Zumindest während des ersten halben Jahres, also so lange, wie so ein Baby von der Länge her in die Schale passt. Meistens haben wir im Wagen nur unsere Einkäufe transportiert. Ich war damit oft beim Baumarkt, so konnte ich Farbeimer transportieren. Und Blumen, im Frühling. Wir haben so einiges darin transportiert – nur das Baby nicht.

5. Nasenstaubsauger

Ich habe eine Freundin, die ist fest davon überzeugt, dass der Nasenstaubsauger zum Aussaugen der verrotzten Babynase daran Schuld ist, dass ihr Kind heute Angst bekommt, wenn sie oder ihr Freund die Wohnung saugen wollen. Ich habe mir das Ding beim ersten Schnupfen auch von der Apothekerin aufschwatzen lassen. Unser Staubsauger hatte dabei so dermaßen gruselige Geräusche von sich gegeben, dass ich einen mindestens genauso großen Schrecken bekam, wie das arme Baby. Den Rotz sind wir auf die Weise nicht losgeworden. Besser geholfen hatte in der Zeit ein Zwiebelsäckchen neben dem Bett und ein, zwei Nächte Durchhalten.


Neben diesen Dingen, die sich als absolut überflüssig für uns herausgestellt haben, wollen wir uns diesmal ein paar Dinge anschaffen, auf die wir beim Söhnchen damals verzichtet hatten. Hier sind also die

Dinge, auf die wir beim zweiten Kind nicht verzichten wollen

1. Beistellbettchen

Wir brauchten keines beim Jungen, da unser Bett groß genug für zwei Erwachsene und ein Baby ist. Zwei Erwachsene, ein Baby und ein Windrad sind aber was anderes. Der Junge schläft nur etwa die Hälfte der Nacht in seinem Bett neben unserem Bett. Ich möchte das Baby sicher neben mir wissen, es aber leicht zu mir ziehen können um zu stillen – ohne ständig aufpassen zu müssen, dass es nicht plötzlich am Knie vom Bruder nuckelt. Ein paar Zentimeter mehr Platz, bis die Fontanelle etwas zugewachsen ist, kommt mir ganz sinnvoll vor.

2. Eine Wippe

I know, zu lange sollten Babys darin nicht abhängen, das ist schlecht für den Rücken. Beim Jungen hatten wir aber irgendwann bemerkt, dass es nicht unbedingt unser Arm sein musste, auf den er wollte – er wollte am Geschehen teilhaben. Wir hatten uns aus genanntem Grund (und weil immer wieder mal grundsätzlich von den sperrigen Dingern abgeraten wir) uns dagegen entschieden und waren für viele Wochen genervt. Salbungsvoll „Tragen ist Liebe“ flüstern konnten wir irgendwann nicht mehr. Ich habe unheimlich gern getragen und wir tun es heute noch mit einer entsprechend größeren Trage für Kleinkinder. Aber monatelang keine Mahlzeit mehr ohne Kind im Tuch – nein, das muss nicht nochmal. Eine gebrauchte Wippe haben wir bereits bekommen. Wie praktisch!

3. Aufsatz für den Hochstuhl

Das wäre die mögliche Alternative zur Wippe. Der Junge wollte damals immer dabei sein. Sitzen konnte er aber so gar nicht und wir wollten gerne irgendwann wieder etwas bequemer am Tisch essen. Diesmal machen wir es uns einfacher. Immerhin brauchen wir ab Februar mindestens 8 Arme mehr.

4. Stubenwagen/Moseskorb

Wir hatten eine Wiege beim Jungen, in der er niemals lag – die stand im Schlafzimmer neben dem Bett, ich konnte schlecht ran, um ihn rauszunehmen und sowieso ließ er sich nicht ablegen. Ein Stubenwagen aber hat Rollen – das ist Marcus‘ Argument. Und es wird anders sein als bei unserem Sohn, den wir auch nicht ablegen brauchten. Jetzt wird das sicher eher vorkommen, dass das Baby da mal durch muss und dann wollen wir es vor durch die Gegend fliegenden Bauklötzen, durch die Kante sprintende Katze schützen – eine Etage über dem Geschehen, bittschön.

5. Spielbogen

2019 hatte ich einfach ein Seil gespannt und ein paar lustige Dinge daran gehängt. Darunter lag das Baby auf einem Schaffell und hat wie wild gegen den Teigschaber geballert. Diesmal würde sich diese Improvisation als reinste Stolperfalle erweisen, ich weiß das. Also habe ich ein schlichtes Holzgestell besorgt, für das ich noch Anhänger basteln will. Eine der wenigen neuen Dinge, die ich bereits gekauft habe!

6. Wegwerfwindeln

Wir waren sehr idealistisch damals und wir hatten eine Menge Wäsche – aber auch mehr Zeit. Diesmal geißeln wir uns nicht so sehr. Zumindest für unterwegs verzichten wir auf den riesigen Wäschesack. Ich setze mich aber diesmal etwas intensiver mit dem Thema Windelfrei auseinander. Den Sohn hatten wir vor jedem Wickeln abgehalten, aber nicht nachts und nur bis er ein halbes Jahr alt war – ab da gab es Verständnisprobleme in unserer Ausscheidungskommunikation.

7. Mobile

Einfach nur, weil ich mich auch ein bisschen daran erfreue. Vielleicht bastele ich eines selbst, ich habe sehr viel Filzwolle vorrätig. Diesmal will ich ein bisschen mehr schönen Schnickschnack. Vielleicht ist das die letzte Babyzeit. Ich möchte das genießen.

8. Wickeltisch in rückenfreundlicher Höhe

Wir hatten zwar eine schöne Wickelkommode (und nutzen sie auch heute noch, vor allem als Ablage für Kinderkleidung), allerdings ist die wohl für kleine Leute konzipiert. Ich hatte mit meinen 1,74 cm irgendwann Rückenschmerzen und Marcus ist noch Größer, dem war das auch nix. Damals hatte ich oft gelesen: Eine Wickelkommode braucht niemand, das Kind wird meistens auf dem Fußboden oder wo man gerade ist gewickelt. Ich finde: Irgendwo hast du doch eine Station, wo du die Windeln zumindest aufbewahrst. Wenn ich nicht möchte, dass die Windeln überall in der Wohnung herumliegen, dann wickele ich da, wo die Windeln sind. Und dann tue ich das in einer Position, die weder auf meine Knie noch auf meinen Rücken geht. Das Durchschnittsalter beim ersten Kind liegt doch nicht mehr bei 23! Wir hatten dann einen Aufsatz für unsere Kommode von Freunden bekommen – die bleibt da auch.

9. Kinderwagen (mit Buggyboard)

Jetzt fragt ihr euch: Hä, was? Da oben stand doch, auf den Kinderwagen hätten sie ruhig verzichten können? Ich weiß. Aber: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht ist das neue Baby eines, das gerne in den Himmel schaut – und meinen Beckenboden schont. Denn ich konnte lange nicht tragen – aber auch nicht schieben, das war traurig in den ersten fünf Wochen. Und später hätte ich doch gerne ab und zu nicht das Problem gehabt, dass ich ohne Schuhe dastehe, aber in voller Montur mit dem Baby in der Trage. Fast komplizierter als mit 8.-Monats-Kugel. Gut, dass wir unseren alten Wagen noch haben. Der bekommt nur neue Räder.

10. Schöne Waschlappen

Wir haben Waschlappen, aber keine speziellen. Das ist auch nicht notwendig, das wirklich nicht. Aber wir machen mit dem Großen gerade eine Erfahrung: Er liebt Leo Lappen. Leo Lappen ist ein sehr alter, organgefarbener Waschlappen mit Löchern, den meine Mutter aussortiert hatte und den ich dann mitgenommen hatte. Wenn der Junge badet, muss Leo Lappen mit. Klar könnten wir jetzt so minimal sein und sagen, er liebt ihn – warum neue Lappen? Weil ich nicht glaube, dass er noch lange überlebt. Und weil ich in steter Benutzung lieber schöne Dinge im Bad herumliegen lassen möchte. Nicht nur löchrige Lappen. Ich drücke meine Liebe in Lappen aus. Da habt ihr’s.

11. Sonnenschutz für die Autoscheibe

Was waren das für grausame Autofahrten! Ich hing über der Babyschale auf dem Rücksitz und habe während der Fahrt gestillt. Was soll ich denn auch sonst tun? Das Baby schreit und schreit, die Sonne knallt ins Auto, Licht und Schatten flackern und blenden und das Kind schnallt nicht, warum ihn niemand hochnimmt. Wenn nur diese blöde Sonne nicht wäre, dachte ich jedes Mal, eingeklemmt zwischen Gurt und Kindersitz mit einer Brust, die über dem Baby baumelt.

12. Stehpult

Wir arbeiten beide ausschließlich von zu Hause aus und wir können uns keine lange, gemütliche Elternzeit leisten. Ein Stehpult ist die Lösung für Arbeit am Laptop. Ich erinnere mich nur zu gut daran, wie es oft erst nach einiger Zeit (und dann nur für einige Zeit) möglich war, mit Tragling zu sitzen. Und selbst wenn sich Baby Nr. 2 friedlich ins Körbchen legen lässt, haben wir dann eine Bereicherung fürs Arbeitszimmer. Positionen wechseln ist generell super, bei so Schreibtisch-Jobs wie wir sie haben. So bereichert das Baby unser Arbeitszimmer. Ehrlich gesagt: Ich freu mich richtig darauf, wenn ich mir das vorstelle.

13. Milchpumpe und Fläschchen

Wir wollen uns diesmal anders (vielleicht sogar besser) die Arbeit teilen. Ich habe den Jungen sehr gern gestillt, insgesamt eineinhalb Jahre lang. Aber ich hätte mir früher schon die ein oder andere länger als 2 Stunden dauernde Pause gewünscht, beziehungsweise einen etwas größeren Bewegungsradius. Ich möchte abpumpen, damit Marcus neben tragen, ulkig brabbeln und staubsaugen auch füttern kann, während ich ein paar Stunden am Stück arbeite. Wir hatten das irgendwann beim Sohn auch probiert, allerdings recht spät. Das Fläschchen hatte er dann immer so angeschaut, als wäre es ein schlechter Witz. Wasser ging besser, aber Wehewehe da war Muttermilch im Fläschchen: Er nuckelte vorsichtig und riss sich sofort ernstlich angeekelt los. Der empörte Blick war schon wieder Gold wert.

Selbst das Abstillen ging nicht mit Fläschchen. Da hatten wir für den anfänglichen Durst in der Nacht diese Magic-Cups genutzt. Das Thema gehen wir also früher an und dafür bin ich noch auf der Suche nach einer geeigneten Pumpe. Die Handpumpe, die ich auch noch habe, fand ich schwierig. Ich habe da nicht besonders effektiv Milch rausbekommen. Das ist also ein Recherche-Thema für die nächsten Wochen. Ich möchte, dass das dann bereit steht, auch, wenn ich nicht direkt an Tag zwei zu pumpen beginne.

14. Wickelunterlage

Ich hatte so etwas beim Jungen nicht, ich hatte meist nur ein Mulltuch und eine Wetbag mit dem Windelkram dabei. Irgendwann hatte ich eine recht kleine Wickelunterlage, die war aber eher unpraktisch. Aber es gibt größere, mit Taschen, wo auch ein Wechselbody Platz hat und die nicht unpraktisch sind. Nachdem ich eine bei einer Freundin sah, die ich sinnvoll fand, habe ich sie mir gekauft und tatsächlich nehmen wir sie auch jetzt schon öfter mit. Ich frage mich ernsthaft, warum ich darauf verzichtet hatte. Alles wäre immer an einem Ort gewesen, kein herumkramen. Diese Unterlage hat sogar ein Fach für Feuchttücher. Ich liebe sie. Ich mache jetzt Werbung, ohne dafür in irgendeiner Weise Geld zu bekommen, aber ich bin überzeugt vom Hoppediz Wickelmax. So.


Weil ich Listen super finde und weil ich es selbst bei anderen immer interessant finde, hier noch eine List mit Dingen, auf die wir beim Jungen verzichtet haben und auf die wir wieder verzichten werden – weil (für uns) absolut überflüssig:

Überflüssige Dinge für Babys

1. High-Tech-Windeleimer

Warum sollten wir zu dem Müll, den wir durch die Industriewindeln verursachen, auch noch teure extra Tüten in Kassetten beisteuern? Wegen dem beißenden Geruch, sagen die einen. Ich sage: ich bring die Windel direkt in den Hausmüll und der hat einen Deckel und wird jeden Tag runter gebracht. Aber wir müssen auch nicht von der Wickelstation drei Kilometer den Gang entlang bis zur Küche marschieren (oder drei Stockwerke überwinden). Aber selbst dann sehe ich darin nur eine Menge Müll und einen Haufen verbrannter Kohle.

2. Schuhe

Fallen genauso einfach vom Fuß wie Socken und außerdem: sieht total bescheuert aus, finde ich. Bei Babys, die nicht laufen können. Und: Ich finde nicht, dass die zarten Füße in so zartem Alter schon eingeengt werden müssen. Ich habe sehr breite Füße und ich wünsche meinem zweiten Kind, dass es nicht solche Fußprobleme bekommt wie ich. Free the foot – Barfuß, solange wie möglich!

3. Sockenhalter

Es gibt verschiedene Modelle und die einen sehen unbequem aus und die anderen haben Klett und bleiben irgendwo hängen und sind voller Fusseln. Wir hatten auch nie besonders viele Socken, meine Lösung war: Strumpfhosen.

4. Baby-Badewannen-Eimer

Ich wüsste nicht, was an den Dingern anders sein sollte, als an einem Putzeimer. Je nach Größe des Babys passt so ein kleines Menschlein etwa zwei Monate rein – und dann? Macht man einen Putzeimer aus der Miniwanne? Selbst eine Babybadewanne muss nicht unbedingt sein – Baby kann auch einfach mit in die große Wanne, wenn wir selbst baden. Beim Jungen hatten wir eine Babybadewanne, aber wir hatten nur eine kleine Wohnung mit winzigem Bad ohne Wanne. Ich hab ihn gern gebadet. Marcus hat ihn gern gebadet. Er hat gern gebadet. Alles war gut – keine Mutterleibssimulation durch Eimer nötig.

5. Kinderzimmer

Wir hatten eines, das diente vor allem als Lagerraum für zwei traurige kleine Kisten mit Spielzeug. Mehr hatten wir nicht und wo war das Kind in den letzten 2 Jahren und 2 Monaten? Immer. Bei. uns. Stattdessen haben wir jetzt mehrere Multifunktionszimmer. Das Bibliotheks-Wohn-Spielzimmer, das Ess-Arbeits-Gästezimmer und das Familienschlafzimmer. Nicht ideal, aber für uns funktioniert es noch sehr gut.

6. Babybett

Wir sind Team Familienbett, bzw. Familienschlafzimmer. Es gibt ein großes Bett (unseres), da dürfen alle rein, wenn sie sich einsam fühlen und daneben steht das Bett vom Jungen. Dort verbringt er die Hälfte der Nacht. Dann krabbelt er rüber. Wie es ist, wenn die Kinder größer werden, sehen wir dann. Aber vor allem bei einem Baby unter 1 sehe ich es absolut nicht ein, mich von meiner Matratze zu erheben um zu trösten und zu füttern.

7. Krabbeldecke

Sobald sie krabbeln, tun sie das möglichst überall – oder nicht? Für das niedliche herumliegen und Hin- und Herrollern stricke ich gerade eine Decke. Die kann auch als Kuscheldecke funktionieren und hat keine überflüssigen Knisterdinge im Deckenkörper und auch keine Plastikspiegel.


Ganz zuletzt und der Vollständigkeit halber noch eines: Es gibt ein paar Dinge, die hatten sich wirklich bewährt. Dazu gehören Dinge, die oft empfohlen werden, daher gehe ich jetzt nicht mehr ins Detail. Aber ich möchte euch nicht vorenthalten, was ich geliebt und gebraucht habe, was heute noch in Benutzung ist und demnächst wieder reanimiert wird.

Dinge für Babys, die sich bewährt haben

  1. Stillkissen. Und zwar die großen: in der Schwangerschaft zum bequemen Liegen, dann eher als Rücken- und Armstütze beim Stillen in der Anfangszeit und heute anstelle einer Bettschlange im großen Kinderbett. Ich habe mittlerweile drei davon.
  2. Lammfell. Auch ein Schaffell ist äußerst praktisch, vor allem in Altbauwohnungen ohne Fußbodenheizung. Gerade das Lammfell ist toll: im Kinderwagen, unter dem Spielbogen und zum Kuscheln.
  3. Wolle-Seide-Bodys. Im gesamten ersten Jahr das absolut beste, egal ob im Winter oder im Sommer. Wie oft habe ich mich als frische Mutter gefragt, ob ich das Kind jetzt rihctig angezogen habe oder nicht, aber bei diesen Bodys hatte ich immer ein gutes Gefühl. Wärmeregulierend und so schön geschmeidig. Ein haptisches Fest.
  4. Gymnastikball. Oft wird davon abgeraten, allzu viel mit dem Baby zu hopsen – man mache sich davon irgendwann abhängig. Für uns war es die bequemere Lösung zur Abwechslung in durchwachten Nächten. Und ich hole unseren demnächst wieder raus, weil ich auch in der Schwangerschaft gerne darauf sitze. Außerdem kann ich später prima Beckenbodenübungen damit machen.
  5. Spucktücher (oder Mullwindeln), noch und nöcher. Zum Pucken am Anfang, als Windelimprovisation, als Spucktuch und heute oft neben dem Esstisch, wenn der Junge das Glas mal wieder umwirft, als Lätzchen und als Unterlage zum Wickeln überall. Lieber ein paar mehr, daher wünsche ich mir für das Baby ein paar frische, hübsche.
  6. Mandel- oder Olivenöl. Zur Pflege beim kleinen Baby, zusammen mit Wasser und Waschlappen ist das einfach und günstig, spart Müll und ist unkompliziert. Wir hatten immer eine Kanne mit Wasser am Wickeltisch und eine Pumpflasche mit Öl. Das werde ich wieder so machen. Wir nutzen mittlerweile zwar auch ganz normale Feuchttücher, aber gerade beim ganz kleinen Baby verzichte ich noch ein Weilchen auf die Zusatzstoffe.
  7. Edelgil. Das ist eine gelbe Zwergen-Rassel, die der Junge damals bekommen hatte. Er war noch weit entfernt von ersten Wörtern, aber Marcus fragte ihn: Wie soll der heißen? Und der Junge antwortete: Edelgil. Ich freue mich sehr, dass Edelgil sich wieder in unsere Mitte gesellen wird. Vielleicht werden er und das Baby auch so dicke Freunde.

Die Listen sind sicher unvollständig. Spontan fällt mir noch ein Karabinerhaken ein, den ich auf der Babyshower von meinen Kolleginnen damals geschenkt bekommen hatte: Extra für Mütter (!), ein gepolsterter Karabiner, damit die sich die Handtasche an den Griff vom Kinderwagen hängen können. Eine Halterung für meinen Thermosbecher: Da gehe ich noch mit. Aber wtf wozu ist der Korb unterm Kinderwagen denn sonst da?? Welche Absurditäten würdet ihr nie wieder kaufen – oder wovon würdet ihr generell abraten?

2 replies on “Wie wir uns aufs zweite Kind vorbereiten: Teil 1

  1. Huhu Miri 🙂 ich hab beim Schuhe-anziehen immer so einen Opa-Schuhlöffel genommen. Klappt super und man muss die Schnürsenkel nicht mehr aufmachen 😉 Am Autofenster hatte ich ein Tuch eingeklemmt, aber ein hübscher Sonnenschutz ist sicher nicht verkehrt. Und Thema Krabbeldecke: wir haben eine quadratische Matte von (Werbung, unbezahlt) Ehrenkind. Sie ist ganz schlicht grau (was unter bunten Spielsachen eine Wohltat ist) und etwas dicker als andere, dadurch hält sie Kälte ab und Stürze sind auch kein Problem. Wir liegen da auch gerne drauf und werden sie sicher auch später noch lange als Spiel- und Turnmatte verwenden. Kann ich nur empfehlen, fast schon eine Anschaffung fürs Leben 😉

    1. Hi Uli, danke für die Tipps! Mit so einem Schuhlöffel hatte ich mir auch immer geholfen 🙂 Und genau, mit dem Tuch hatten wir auch so gemacht, aber diesmal gehen wir es professioneller an. Die Matte schau ich mir mal an, das klingt gut!
      Lieben Dank!

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